Jennewitz während der NS-Herrschaft 1933 bis 1945

Jennewitzer Nazis, die Spuren ihrer Aktivitäten hinterlassen haben, sind mir nicht bekannt. Auch scheinten Jennewitz und seine Umgebung von den Auswüchsen der Nationalsozialisten, wie Judenverfolgung, Euthanasie oder Kriegsverbrechen, verschont geblieben zu sein. Der Pächter der Domäne und seine Angestellten sowie die Jennewitzer Büdner hatten andere Prioritäten, als sich politisch zu engagieren. Diese Einstellung spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Landtagswahl vom 5. Juni 1932 wieder.
… weiterlesen

Letzte Änderung: 16. Februar 2014; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: , ,

Die Volkszählung von 1900

Eine wichtige Quelle für jeden Chronisten sind die Listen der Volkszählung in Mecklenburg von 1900. Das Gute ist, niemand muss dafür ins Landesarchiv reisen. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, auch als Mormonen bezeichnet, hat mit ihrem Projekt FamilySearch eine gigantische Datenbank mit historischen Personendaten geschaffen. Diese ist in weiten Teilen öffentlich zugänglich und kostenlos. So sind dort auch sämtliche Erfassungsbögen der Mecklenburger Volkszählung von 1900 gescannt und digital indiziert.
… weiterlesen

Letzte Änderung: 6. Mai 2017; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: , , , ,

Jennewitz und Umgebung in der Statistik des 19. Jahrhunderts

Im Jahr 1851 wurde das Großherzogliche Statistische Büro zu Schwerin gegründet. Die dort angestellten Beamten erhoben akribisch Unmengen Daten, sie zählten buchstäblich jedes Hühnerbein im Domanium. Natürlich gab es davor bereits statistische Erhebungen. So wurden für 1843 in Jennewitz neben der Domäne eine Erbmühle und zwei Büdnereien gezählt. Im ganzen Ort lebten 62 Seelen. Diese waren aber eher sporadischer Natur und nie so akribisch. Das Personenstandswesen blieb nach wie vor in der Hand der Kirchenämter.
… weiterlesen

Letzte Änderung: 6. Mai 2017; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: ,

5. Versammlung deutscher Land- und Forstwirte 1841 in Doberan

Was auf dem ersten Blick so lapidar klingt, kann in seiner Bedeutung für die Region eigentlich nicht hoch genug eingeschätzt werden. Da ist es schon etwas erstaunlich, dass dieser Wirtschaftsgipfel, wie man heute sagen würde, wenig bekannt ist.
Etwas Vergleichbares gibt es heute nicht mehr. Die MeLa in Mühlengeez ließe sich noch am ehesten mit der damaligen Veranstaltung vergleichen, ist jedoch mehr als Landesschau konzipiert. Die damalige Versammlung deutscher Land- und Forstwirte war eine deutschlandweite Veranstaltung mit internationaler Beteiligung. Dies wird in dem Bericht eindrucksvoll durch die Auflistung der 909 Teilnehmer der Veranstaltung belegt.
… weiterlesen

Letzte Änderung: 20. Oktober 2015; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: , ,

Jennewitz im 19. Jahrhundert

Im Gegensatz zum benachbarten Amt Bukow, das umfangreichen ritterlichen Besitz zu verwalten hatte, befand sich der gesamte Amtsbereich Doberan seit der Säkularisation des Klosters 1552 in domanialem Besitz des Schweriner Herrscherhauses. Dies trifft damit natürlich auch auf Jennewitz zu, was eine Analyse der zeitgenössischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse deutlich vereinfacht.
… weiterlesen

Letzte Änderung: 3. Januar 2018; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: ,

Jennewitz im 18. Jahrhundert

Auch in Jennewitz begann das 18. Jahrhundert mit „Wundenlecken“. Gerade die ländlichen Räume Mecklenburgs hatten noch immer unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden. So war das Gut Jennewitz bis 1712 verpfändet. Es war die Blütezeit der Leibeigenschaft und des Bauernlegens.
… weiterlesen

Letzte Änderung: 3. Januar 2018; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: , , ,

Die Jennewitzer Mühle

Der bislang älteste Hinweis auf einen Jennewitzer Müller findet sich in der Chronik von Kröpelin von 1932, allerdings ohne Quellenhinweis. Darin heißt es: » 1726 entstand im Stadtgebiet eine zweite Windmühle. Der Windmühlenbesitzer Dietrich Daniel Westphal zu Jennewitz ließ sie aber nicht wieder aufbauen, nachdem sie 1738 abgebrannt war. «

Im Beichtkinderverzeichnis von 1751 wurde kein Müller aufgeführt.

1768 genehmigte der Herzog den Bau einer Windmühle in Jennewitz. In den Pachtunterlagen von 1788 wurde für Jennewitz erstmalig eine Mühle erwähnt, die zum Hof gehörte und mit diesem verpachtet wurde.
Standort war die Anhöhe nordwestlich der heutigen Milchviehanlage in Kröpelin.
Dies ist auf nebenstehendem Kartenausschnitt der Schmettauschen Generalkarte Mecklenburgs gut zu erkennen.
… weiterlesen

Letzte Änderung: 7. Mai 2017; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: , , ,

Jennewitz in den Mecklenburgischen Beichtkinderverzeichnissen von 1751

Das Jahr 1751 ist eine Zeitmarke, die in diversen Chroniken der Region sehr oft auftaucht. In dem Jahr, wie auch bereits 1704, ließ die Kirche von ihren Pastoren sogenannte Beichtkinderverzeichnisse erstellen. Dies geschah im Rahmen der Verantwortlichkeit der Kirchenämter für das Standeswesen. Da in diesen Jahren wohl so ziemlich alle Einwohner Mecklenburgs, zumindest im ländlichen Raum, christlich getauft und konfirmiert waren, sind diese Verzeichnisse wie Einwohnerlisten zu sehen. So wurden dort für Jennewitz, das zum Kirchspiel „des Städtlein Cröpelin“ gehörte, 23 Namen aufgelistet, wie die Freileute:
… weiterlesen

Letzte Änderung: 18. Januar 2015; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: , ,

Der Zeitpachthof Jennewitz

Anfänglich wurden die Domänen Mecklenburgs durch die Ämter direkt verwaltet. In der Regel war ein Amtsverwalter für mehrere Domänen zuständig. Da machte auch Jennewitz keine Ausnahme. Wie das in der Praxis aussah, konnte ich bislang noch nicht in Erfahrung bringen. Denkbar ist, dass vor Ort ein „Vorarbeiter“ die Anordnungen des Verwalters während seiner Abwesenheit umsetzte und für Ordnung sorgte.

Jennewitz gehörte auch zu den Domänen, die, augenscheinlich infolge des Dreißigjährigen Krieges, verpfändet wurden. Von 1643 bis 1712 wurde der Hof an den » kgl. Obrist Lieutenant Arendt Levezow zu Schorrentin « verpfändet. Einzelheiten über die Gründe sind den Akten genauso wenig zu entnehmen, wie die Art der Bewirtschaftung in diesem Zeitraum.

Als eine der ersten Domänen im Herzogtum Schwerin begann für Jennewitz die Ära als Zeitpachthof. Nachdem der Hof 1712 aus der Verpfändung entlassen wurde, verpachtete die herzogliche Kammer den Hof sofort an einen Johann Christian Steinbecken.
… weiterlesen

Letzte Änderung: 3. Januar 2018; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: , ,

Jennewitz unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges

Ob Jennewitz unter direkten Kriegseinwirkungen zu leidem hatte, ist bislang nicht bekannt. Eine um 1932 erstellte Chronik von Kröpelin verzeichnet für das Kirchspiel Kröpelin einen deutlichen Bevölkerungsrückgang.
In Jennewitz ist dort für 1601 ein Hof und zwei Hufen und für 1653 nur noch ein Hof aufgeführt:
… weiterlesen

Letzte Änderung: 27. Dezember 2014; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: ,

Hofbeschreibung von 1605

Im Jahr 1605 sah sich die Herzoginnenwitwe des Mecklenburger Herrscherhauses, Sophia von Schleswig-Holstein-Gottorf, genötigt, die Domäne Jennewitz zu verpfänden. Dies geschah in Vormundschaft ihrer minderjährigen Söhne und Thronerben. Die Gründe dafür sind mir nicht bekannt, jedoch ist der Begriff „Schulden“ keine Erfindung der Gegenwart. Auch frühere Herrscher haben es verstanden, ihre Abenteuer durch kommende Generationen finanzieren zu lassen.

Im Zuge der Abtretungsverhandlungen wurde eine Inventarliste erstellt, die als erste mir bekannte Hofbeschreibung eine Vorstellung zeitgenössischer Gutsbewirtschaftung vermittelt.
mehr …

Letzte Änderung: 27. Dezember 2014; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: , , ,

Der erste Hofanschlag 1598

Nein, ich habe mich mit der Überschrift nicht vertan. Das Gut Jennewitz ist ein gutes Beispiel, wie langwierig der Aufbau einer funktionierenden Verwaltung war. Zu erwarten wäre eigentlich eine Bestandsaufnahme unmittelbar nachdem 1552 die ehemaligen Klosterländereien in das herzogliche Domanium integriert wurden.
… weiterlesen

Letzte Änderung: 3. Januar 2018; Kapitel: 3. Die Zeit als Domäne; Schlagwörter: ,