Kapitel: 4. Jennewitz von 1945 bis 1990

Die Bodenreform 1946

1945 endete mit der Kapitulation Deutschlands nicht nur der Zweite Weltkrieg, sondern auch die zusammenhängende Bewirtschaftung des Gutes als Landesdomäne. Mit der Aufsiedelung des Gutes in Folge der Bodenreform 1946 wurde dieses dauerhaft zerstückelt.

Die Aufteilung der landwirtschaftlichen Nutzfläche an die Neubauern war erst der Anfang. Diese benötigten auch einen Hof, von dem aus sie die Neubauernstelle bewirtschaften konnten. Auch Gerätschaften waren nur begrenzt und zumeist unzweckmäßig vorhanden.
So ist es nicht verwunderlich, dass die erste Zeit der Neubauern viel mit Improvisation, Tauschgeschäften und hartem körperlichen Einsatz zu tun hatte. Allein die Gewissheit, auf eigener Scholle zu wirtschaften, war eine nicht zu unterschätzende Motivation.

Die Strukturen auf dem Hof Jennewitz waren auf großbäuerliches Wirtschaften ausgerichtet und die Probleme der Bauwirtschaft im Nachkriegsdeutschland hatte eher mit Hunger der Bauarbeiter zu tun, als mit Überkapazitäten. Auch die Maschinen und Geräte des Gutes konnten nicht sinnvoll auf die Neubauern aufgeteilt werden. Waren doch auch diese für eine große Wirtschaft angeschafft worden.

Die Lösung für das Maschinenproblem wurde „von oben“ angeordnet. Von oben hieß in den ersten Nachkriegsjahren von der SMAD. Die Lösung hieß MAS und wie diese in Jennewitz aussah, beschreibe ich in einem separaten Artikel. (Siehe Artikel: Jennewitz als regionaler MAS Stützpunkt

Die Problemlösung bei der Bausubstanz wurde nicht minder pragmatisch angegangen. Einzelheiten dazu stelle ich ebenfalls gesondert dar. (Siehe Artikel: Der Bauboom von 1947 bis 1950.)


Letzte Änderung: 5. Februar 2014;