Der erste Hofanschlag 1598

Nein, ich habe mich mit der Überschrift nicht vertan. Das Gut Jennewitz ist ein gutes Beispiel, wie langwierig der Aufbau einer funktionierenden Verwaltung war. Zu erwarten wäre eigentlich eine Bestandsaufnahme unmittelbar nachdem 1552 die ehemaligen Klosterländereien in das herzogliche Domanium integriert wurden.

Da ist es schon erstaunlich, dass der erste Hofanschlag durch das Domanialamt Doberan erst 1598 erfolgte, also gut 40 Jahre nach Amtsgründung. Die Hofanschläge wiederum waren als erste monetäre Schätzung die Voraussetzung für eine sachlich fundierte Festlegung der Abgaben. Über die Gründe, warum das Jennewitzer Gut so spät erstmalig geschätzt wurde lässt sich nur spekulieren. Die Bewirtschaftung durch einen angestellten Verwalter des Herzogs erscheint mir dabei am plausibelsten. Das würde auch erklären, warum auf dem Hof keine Pferde gehalten wurden und wenig Angestellte dort arbeiteten. Die Hauptarbeit wurde durch dienstpflichtige Bauern und Kossaten verrichtet.

Ob es für den Hofanschlag von 1598 eine speziellen Anlaß gab, oder Jennewitz zu diesem Zeitpunkt einfach "an der Reihe" war, geben die Akten nicht her.

Der untenstehende Ausriss vermittelt eine Vorstellung vom Aussehen des Dokumentes und der Handschrift des Verfassers.

1598-Hofanschlag

Das Originaldokument liegt im Landeshauptarchiv Schwerin. Zusammenfassend beinhaltet es eine Auflistung der Bestände an Saat und Vieh der Jahre 1596, 1597 und 1598. So zählten die Beamten neben Beständen an "Rogken", "Gerstenn", "Habernn", "Erbsenn" und "Buchweizenn" auch für das Jahr 1596:

  • 105 "Haubter Rindtviehe",
  • 117 "Haubter Schweine",
  • 103 "Gense" sowie
  • 179 "Huener".

Im Jahr 1597 gab es bei den Sommerungen, den Schweinen (74 Stück), den Gänsen (0 Stück) und den Hühnern (116 Stück) einen deutlichen Rückgang zum Vorjahr. Die Ursache dafür konnte ich noch nicht ermitteln.

Wer mehr Details möchte: Kommentierte Abschrift des Jennewitzer Hofanschlag von 1598



Artikel aktualisiert am 29.08.2018